Baby schlafen lernen: So schläft ihr Kind endlich durch!

Baby schlafen lernen: So schläft ihr Kind endlich durch!

Nach endlosem Herumtragen, Singen, Schaukeln, Kuscheln, Beruhigen oder einer nächtlichen Mahlzeit schläft das Baby endlich ein – welche Eltern kennen das nicht? Schlafprobleme bei Babys und Kleinkindern kennen so gut wie alle Eltern, denn sie kommen mehr oder weniger ausgeprägt in jeder jungen Familie vor. Dabei kann es sich sowohl um Einschlafprobleme als auch um Durchschlafprobleme handeln. Leiden alle Beteiligten längerfristig unter dieser Situation, kann das zu Stress führen, der den Familienalltag auf eine harte Belastungsprobe stellt. Doch was sind eigentlich Schlafprobleme bei Babys und Kleinkindern und wie kann man als Eltern etwas an der Situation ändern? Auf diesen Seiten haben wir wissenswerte Informationen und hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie ein Baby schlafen lernen kann.

Baby schlafen lernen: Warum soll ein Baby schlafen lernen?

Schlafendes Baby | © panthermedia.net / Mitar gavric
Schlafendes Baby | © panthermedia.net / Mitar gavric

Grundsätzlich sind die ersten Schritte, wenn man etwas am Schlafverhalten des Kindes ändern möchte, erstmal zu überlegen, was sich ändern soll – und vor allem warum. Ist der Grund, dass die Eltern zu wenig Schlaf bekommen oder soll sich eventuell der Schlafrhythmus des Babys ändern? Dazu sollte man sagen, dass jedes Kind anders ist und auch ein anderes Schlafverhalten hat. So lange keiner unter der Situation leidet, gibt es auch noch keinen echten Grund, etwas am Schlaf des Babys ändern zu wollen.

Oftmals ist aber auch Kritik von Freunden, Bekannten oder der eigenen Familie der Auslöser, einen anderen Schlafrhythmus für das Baby finden zu wollen. Oder man hat als Eltern das Gefühl etwas falsch zu machen, weil das eigene Kind zu denen gehört, die immer noch nicht durchschlafen. In diesen Momenten sollte man sich also zuerst über die eigenen Erwartungen bewusst werden und sich zusätzlich informieren, ob das Baby in dem Alter überhaupt schon durchschlafen muss – denn das hängt auch stark von der Entwicklungsphase des Kindes ab.

Baby schlafen lernen: Familienbett oder Kinderbett – Wo soll ein Baby schlafen?

Kind schlaeft im Familienbett | © panthermedia.net / Ron Chapple
Kind schlaeft im Familienbett | © panthermedia.net / Ron Chapple

Zur Verunsicherung mancher Eltern zum Schlafverhalten des Babys führen auch immer wieder Diskussionen über Schlafumgebung des Babys. Manche Eltern möchten, dass ihr Kind von Anfang an im eigenen Bettchen im Kinderzimmer einschläft, und andere Eltern wiederum möchten auf das Kuscheln und die Nähe im Familienbett nicht verzichten.

Grundsätzlich gilt:
So lange sich die Eltern und das Baby mit der Schlafsituation wohlfühlen und keiner der Beteiligten erschöpft und müde ist, gibt es keinen Grund, etwas an der Schlafsituation zu ändern.

Bekommen die Eltern zu wenig Schlaf oder sind dauerhaft übermüdet, weil das Baby entweder zu spät einschläft oder in der Nacht immer wieder aufwacht, gibt es unterschiedliche Methoden, wie ein Baby schlafen lernen kann. Dazu muss man allerdings sagen, dass nicht jede Methode für jedes Kind geeignet ist und auch nicht jede Methode sofort Erfolge vorzuweisen hat. Hier gilt es, die richtige Methode zu finden, die den individuellen Bedürfnissen des Kindes entspricht.

Ganz gleich, ob das Baby im Familienbett oder im eigenen Kinderzimmer schläft, wichtig ist dabei trotz allem auf die richtige Schlafumgebung zu achten. So sollte der Raum eine Zimmertemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius haben und das Baby im ersten Lebensjahr optimalerweise im Schlafsack und nicht unter einer Decke schlafen – das gilt auch für das Familienbett. Eine guter Mittelweg zum Familienbett ist übrigens ein Babybalkon oder Beistellbettchen – dieses wird einfach an das Ehebett der Eltern mit einer offenen Seiten dran gestellt – so hat das Baby zum einen einen eigenen geschützten Bereich für sich und ist gleichzeitig in unmittelbarer Nähe der Eltern.

Ursachen erkennen: Damit das Baby besser schlafen lernen kann

Gaehnendes Baby | © panthermedia.net / Torsten Tracht
Gaehnendes Baby | © panthermedia.net / Torsten Tracht

Die Schlafprobleme eines Babys können sehr unterschiedlich sein und sind auch nicht für jede Familie ein Problem. So kommen manche Eltern zum Beispiel relativ gut damit klar, dass das Baby recht spät schläft. Stellt es allerdings ein Problem für die ganze Familie dar, sollte zunächst den Ursachen der Schlafprobleme auf den Grund gegangen werden. Anzeichen für Schlafprobleme können zum Beispiel sein, dass das Kind nur sehr kurze Schlafphasen hat und hinterher ohne Hilfe nicht mehr in den Schlaf findet. Es braucht Nahrung wie die Flasche oder Stillen zum Einschlafen oder möchte geschaukelt und herumgetragen werden.

Diese Schlafprobleme sind in der Regel nichts ungewöhnliches, wenn man allerdings die Ursachen dafür kennt, kann man durch Umstellung von Gewohnheiten und Ritualen durchaus etwas am bisherigen Muster ändern. Hat sich das Baby zum Beispiel daran gewöhnt, immer mit einer Flasche Milch oder beim Stillen einzuschlafen, ist es kaum verwunderlich, dass es diese auch wieder zum Einschlafen braucht, wenn es mitten in der Nacht wach wird. Denn ein natürliches Verhaltensmuster bei allen Menschen ist, dass wir öfter Nachts wach werden und kurz überprüfen, ob noch alles in Ordnung und in dem Zustand ist, wie es beim Einschlafen war.

Das gilt für Erwachsene und für Kinder. Nur, dass bei uns Erwachsenen das Ganze unterbewusst abläuft und wir in der Regel schnell wieder in den Schlaf finden. Verlangt das Baby also mitten in der Nacht die Flasche, um wieder einzuschlafen, sollte zuerst die Einschlafgewohnheit umgestellt werden. Essen und Schlafen sollte an dieser Stelle ganz klar getrennt werden und es sollten vor allem klare Signale gesetzt werden, dass jetzt Schlafenszeit ist. Statt der Flasche oder der Brust sollte dann lieber eine ausgiebige Kuschelzeit eingeführt werden.

Weitere Gründe für Schlafprobleme eines Babys können sein, dass es nur einen unregelmäßigen Tagesablauf gibt, die Schlafenszeiten nicht klar definiert sind oder das Kind total übermüdet ist, weil der richtige Zeitpunkt zum Schlafen von den Eltern verpasst wurde. Diesen Schlafproblemen kann man schon mit kleinen Veränderungen im Tagesablauf entgegenwirken oder sie sogar ganz beheben. Allerdings gibt es natürlich auch hartnäckige Fälle von Schlafprobleme bei Babys und Kindern, die nicht so einfach zu beheben sind und die Eltern nahezu an den Rand der Erschöpfung bringen.

Baby schlafen lernen: Wie ein Baby schlafen lernen kann

Baby schlaeft ruhig im eigenen Bett | © panthermedia.net / Yanik Chauvin
Baby schlaeft ruhig im eigenen Bett | © panthermedia.net / Yanik Chauvin

Zu den bekanntesten und auch am häufigsten kritisierten Methoden wie ein Baby schlafen lernt gehört die Ferber-Methode, die vor allem durch das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ Bekanntheit erlangte. Der größte Kritikpunkt dieser Methode ist, dass durch das Schreien lassen das Urvertrauen und damit auch die Bindung zwischen Eltern und Kind geschädigt wird. Allerdings muss man dazu sagen, dass der amerikanische Kinderarzt und Neurologe Richard Ferber diese Methode nicht dazu entwickelt hat, damit ein Kind sich an einem bestimmten Schlafrhythmus gewöhnt, sondern für die Eltern, die keinen anderen Ausweg mehr sehen, weil sie durch zu wenig Schlaf nur noch erschöpft sind.

Mittlerweile gibt es wesentlich sanftere Methoden als die Ferber-Methode, wie ein Baby schlafen lernen kann – und oftmals sind es schon Kleinigkeiten die man im Alltag umstellen kann, die dabei helfen können, dass ein Kind besser einschläft. Dazu gehören zum Beispiel beruhigende Gute-Nacht-Rituale, sanfte Einschlafmusik oder Regelungen, dass das Kind ungefähr eine Stunde vor dem Schlafen gehen zur Ruhe kommen kann und nicht mehr unnötig aufgedreht wird. Denn auch ein müdes Baby kann trotz Müdigkeit so aufgekratzt sein, dass es einfach nicht in den Schlaf findet.

Alleine diese Zeichen zu (er)kennen und ein Gefühl für das Schlafbedürfnis zu entwickeln kann wesentlich dazu beitragen, dass die Schlafsituation entspannter wird. Auch homöopathische Mittel, Bachblüten oder der Einsatz von körpereigenen Hormonen wie Melatonin, dass unter anderem in unserem Körper zur Regulation der eigenen inneren Uhr verantwortlich ist, können auf natürliche Weise dazu beitragen, dass ein Baby schlafen lernen kann. Bevor man allerdings zu solchen Mitteln greift, sollte man sich unbedingt medizinisch beraten lassen und erst mit sanften Schlafmethoden zum Beispiel mit Umstellung des Tagesablaufs und das Einführen von Gute-Nacht-Ritualen probieren.

Bedürfnisse erkennen: Wie Babys mit Liebe schlafen lernen

Baby beim Einschlafen helfen | © panthermedia.net / Manuel Tennert
Baby beim Einschlafen helfen | © panthermedia.net / Manuel Tennert

Bei der Einführung von Schlafmethoden, damit ein Baby schlafen lernen kann sollten vor allem die Bedürfnisse des Babys beachtet werden, denn es kann eine neue Situation selbst nicht einschätzen. So sind ganz kleine Babys zum Beispiel noch nicht in der Lage zu realisieren, dass die Mutter wieder kommt, wenn sie den Raum verlässt – sie fühlen sich verlassen, haben kein Sicherheitsgefühl mehr und fangen vor Angst an zu weinen und zu schreien, bis einer der Eltern wiederkommt.

Gerade in diesem Alter sollte für einen guten Schlaf des Babys und der Eltern aber dafür gesorgt werden, dass das Kind sich wohlfühlt und alle Bedürfnisse erfüllt werden. Je Älter das Baby wird, desto mehr wird es lernen, dass es nicht für immer alleine bleibt, wenn es in seinem Bettchen im Kinderzimmer einschläft. Bei jeder Art von Einschlaf- oder Durchschlafmethoden spielt also die Entwicklung und das Alter des Babys eine maßgebliche Rolle.

Dazu gehört auch, ein eigenes gutes Bauchgefühl dafür zu entwickeln, was die Bedürfnisse des Babys betrifft und wie das Quäken oder Weinen eines Kindes gerade einzuschätzen ist. Bei jedem kleinsten Quäken ins Kinderzimmer zu gehen kann ebenso falsch und übertrieben sein, wie im Gegenzug das Kind bis zur Erschöpfung weinen und schreien zu lassen. Am besten kann ein Baby schlafen lernen, wenn man den Ursachen für die Schlafprobleme auf den Grund geht und diesen entgegenwirkt.

Fazit

Babyhand in Elternhand | © panthermedia.net / Michael Kempf
Babyhand in Elternhand | © panthermedia.net / Michael Kempf

Nicht jedes Schlafproblem eines Babys ist auch wirklich ein Problem, auch wenn es von Außenstehenden vielleicht so gesehen wird. Fühlen sich Eltern und Kind wohl mit der Schlafsituation, besteht erst mal kein Grund etwas daran zu ändern. Wenn es allerdings zu Beeinträchtigungen im Familienleben führt, weil die Eltern nur noch dauerhaft müde und das Baby unzufrieden und unausgeschlafen ist, dann kann man mit verschiedenen Maßnahmen und Methoden, mit denen das Baby schlafen lernen kann, etwas an der Schlafsituation ändern. Um die geeignete Schlafmethode zu finden gilt es allerdings immer zuerst den Ursachen auf den Grund zu gehen und die eigenen Erwartungen und Bedürfnisse zu definieren